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Bernd meinte, man könne doch ein paar Zeilen über das H-Jollen-Treffen schreiben, ob ich das nicht machen wolle...noch ist die Erinnerung ja frisch, da will ich das mal versuchen. Wir haben ja schon ein paar Jahre nicht mehr richtig mitgesegelt, nur mit Finn ein bisschen über Tag. Unsere erste Tour seit langer Zeit, nun also auch das erste Mal mit Kind über Nacht, er ist grad 7 geworden.
Die Kreuz elbab mit Sturmfock und dem ersten Reff am Sonnabend hat uns dann gezeigt, dass es vielleicht doch ganz gut war, mit dem Tourensegeln etwas zu warten: als ich vor Hetlingen in einer Regenflage das Großsegel noch auffieren musste, obwohl der Traveller in Lee war, Claudia und Finn ordentlich Wasser übernahmen – (der Kapitän sitzt ja bekanntlich etwas trockener) – , die Stimmung an Bord aber nichtsdestotrotz sehr gut war: Finn: endlich fährt das mal! – wusste ich, dass wir noch nichts falsch gemacht hatten und die Tour noch eine feine Sache werden konnte.
Piet und Nicole (Angela und die vielen Kinder hatten ihm freigegeben), kreuzten mit uns bei dem immer besser werdenden Wetter elbab. Da weiter keine H-Jollen zu sehen waren, war es irgendwie „ganz wie früher“, wenn man mit Piet auf Tour gewesen war; Nicole fiel dann auch auf, dass ich: „ganz wie früher“ ziemlich oft gesagt habe...
Ja, es war total schön. Nachher im Hafen schien immer die Sonne, es war angenehm warm und es war genug zu essen da, ganz wie früher.
Wir lernten Verena und Mari kennen, die mit der H-6 schon da waren. Überführungsfahrt von Glückstadt zum Yachthafen in Wedel mit Zwischenstopp H-Jollentreffen in Haseldorf. Verena hat die H-6 von Ole Hympendahl gekauft, er segelt jetzt Jollenkreuzer.
Zum Grillen erschien dann noch Jens mit dem Fahrrad (oder Auto?) und Nicola mit dem Auto und Esther. Jens konnte uns unerfahrenen jungen Leuten noch eine ganze Reihe von Tipps geben, wie das mit dem H-Jollensegeln ist, wo man H-Jollentreffen am besten machen kann und worauf es bei Frauen ankommt.
Nicola hatte einen schönen Streuselkuchen mitgebracht.
Verena war schon viel in der Welt herumgekommen, unsere Unterhaltung war total themenreich, interessant – leider habe ich nachher nicht mehr so viel davon mitbekommen, weil ich mit Finn Feuer gemacht habe – das ist aber auch nicht schlecht.
Dann kam der Obmann mit Christine und grub sich mit den Holzspaten durch den Schlick, ein bisschen half ein schwacher Südwind, die Sonne schien grad noch. Weiter ging der Abend mit Grillen, Feuer machen, erzählen und Autan auftragen... Ich fand das alles total schön, vor allem im Kontrast zu unserem großen H-Jollentreffen mit Geburtstag der H-340, vielen Ehemaligen und viel Organisation.
Irgendwann geht man dann zur Koje und irgendwann ist morgens. Dank der Tide ist keine Eile, es regnet Bindfäden aber das Persenn ist dicht. Wir haben jedenfalls ausgiebig gefrühstückt; Toasties, Kaffee/ Tee/ Kakao, Bratstorch: Spiegelei, Leberkäse, Gouda, Bacon, alles unter dem Persenning im Regen, zu dritt; gelenkiges Gekrabbel – ganz wie früher. Dann wurde das Wetter noch ganz wunderbar, leichter südlicher Wind, der später noch etwas zunahm – vorsichtshalber machten wir ein Reff und fuhren schon mal aus dem Hafen.
Kommunikation ist, wenn man trotzdem versteht... Irgendwie nahmen Piet und Bernd einen anderen Weg und Verena und Mari waren noch nicht so weit. Was tun? Piet sagte sich sicher: wenn ich schon mal segeln darf, will ich auch was davon haben und ging elbab. Bernd hinterher. Wir sahen eine Schauerboe und fuhren lieber direkt nach Hause.
Im Yachthafen kamen wir dann alle wieder zusammen. Leider hatte Verena sich im Dwarsloch noch arg das Knie angeschlagen, nachdem es ein Problem mit der Ruderanlage gegeben hatte. Aber verletzte Knie können recht wundersam wieder besser werden – wie ich von Moshé Feldenkrais weiß, dessen Bücher wir alle lesen sollten. Und dessen praktische Übungen man wirklich regelmäßig machen sollte, man sieht dann manches klarer.
Ja und dann war das H-Jollentreffen vorbei. Wir werden jetzt bestimmt wieder mehr Tour segeln, ganz wie früher!
Bis bald, John, Claudia, Finn
-H- 331